Resolution der Stadtteilversammlung St. Pauli-Süd gegen die Beachclubs

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Resolution als PDF (mit Möglichkeit zum Unterschriftensammlen)
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Die Füße in die Elbe strecken

Noch immer sind die Beachclub-Pläne nicht vom Tisch: Wir lehnen die Ansiedlung von Beachclubs zwischen St. Pauli Landungsbrücken und Fischmarkt ab.

1. Das Ufer ist ein wertvoller öffentlicher Raum und darf nicht privatisiert werden.

2. St. Pauli ist ein Wohngebiet, nicht nur ein Vergnügungsviertel. Die Beeinträchtigung von Wohnraum und öffentlicher Sphäre ist ohnehin groß.
Die zusätzliche Ansiedlung der Beachclubs und deren Parkplatzsuchverkehr mit seinen Emissionen ist unzumutbar und wird von uns, besonders auch wegen der direkten Nachbarschaft zur Schule, nicht hingenommen.

3. Der Fischmarkt wird beschädigt. Kommen die Beachclubs, gibt es keinen Zugang für die Händlerinnen und Händler zum oberen, östlichen Teil des Fischmarkts – sie werden aus dem Geschäft gedrückt.

4. Die Privatisierung öffentlicher Räume auf St. Pauli ist gescheitert
– am Beispiel des Spielbudenplatzes wird das Elend dieses neoliberalen Modells täglich eindrucksvoll demonstriert. Das Kulturangebot beschränkt sich auf die Verköstigung des Publikums mit alkoholischen Getränken. Private Sicherheitsdienste üben das Hausrecht aus.
Beachclubs steigern die Ausgrenzung noch – Eintritt, Türsteher, Verzehrzwang.
Wir sagen: Nein!

5. Eventgastro eindämmen!
Durch den eventgastronomischen Umbau wird St. Pauli mehr und mehr zu einem Erlebnis-Einkaufszentrum unter freiem Himmel – ohne jeden Charme und ohne Sperrigkeit. Die Mieten steigen, das Gleichgewicht kippt.

6. Wo gestern Beachclubs waren, werden heute Bürobauten hochgezogen: Die Beachclubs sind ein Testballon und sollen St. Paulis Küste für Immobilienentwickler interessant machen. Wir werden diesen Testballon platzen lassen.

7. St. Pauli darf nicht vom Wasser abgeschnitten werden – im Gegenteil:
Die Stadt muss sich zum Fluss hin öffnen, der Hafenrand zugänglicher werden. Die Uferzone ist für ganz Hamburg von hervorgehobener Bedeutung – sie muss öffentlich, begehbar und zugänglich bleiben.

8. Wir starten einen selbstorganisierten Planungsprozess, der die Vielfalt der Interessen aller Nutzerinnen und Nutzer sowie der Anrainerinnen und Anrainer mit einbezieht. Park Fiction zeigt, dass Anrainerinnen und Anrainer aufregende urbane Räume mit hoher Aufenthaltsqualität gestalten können, wenn ein Planungsverfahren intelligent organisiert ist. Wir setzen auf Wunschproduktion statt einfältigen Kommerz!
Gegen die Zurichtung der Stadt nach Marketing-Gesichtspunkten: Die Behördenpläne sind stumpf und fördern die Verrohung der Atmosphäre noch – wir, die Anwohnerinnen und Anwohner, haben längst bewiesen, dass wir es besser können.

9. Ein öffentlicher Strand ohne Türsteher und ohne Überwachungskameras ist möglich.
Schnapp Dir die Platte!

Statt Beachclubs für wenige fordern wir:

Strand für alle!

Hamburg den 7. 2. 2009

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