Leerstand zu Wohnraum – Endlich die Wohnungsfrage lösen

Stellt Euch vor, mit Mann und Maus, mit Eurer WG oder Familie, oder …  in ein schickes Hochhaus mit Hafenblick einzuziehen. Eigentlich ganz einfach. Leerstehende Räume gibt es reichlich.

Ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich.
(Frank Zappa, zitiert nach: http://www.astraturm.de)

Die Mieten in Hamburg steigen kontinuierlich. In den innerstädtischen Vierteln ist es kaum noch möglich, eine Wohnung unter 10 Euro/qm zu finden. Gleichzeitig stehen zahlreiche Gebäude leer, der Leerstand an Büroflächen beträgt momentan 1,17 Mio. Quadratmeter und trotzdem wird immer mehr Büroraum gebaut. Die Wohnungsnot in Hamburg, die vor allem auf Kosten von Menschen mit geringem Einkommen geht, ist aber kein tragisches Schicksal, sondern Ergebnis eines kapitalistischen Immobilienmarktes und einer Wohnungspolitik des Hamburger Senats, die einseitig die Interessen von Unternehmen und VermieterInnen vertritt.

In den vergangenen Jahren sind die durchschnittlichen Wohnungspreise in Hamburg von 8 auf heute 10,25 Euro pro Quadratmeter angestiegen. Insbesondere in den von beschleunigter Aufwertung (Gentrifizierung) betroffenen Stadtteilen sind die Mieten rasant gestiegen – in Altona-Altstadt in den letzten vier Jahren um 12 % und in St. Pauli sogar um 28 %! Die steigenden Mieten und der zunehmende Bau von Eigentumswohnungen bringen es mit sich, dass sich immer weniger Menschen ihre Wohnungen leisten können und zunehmend aus den innerstädtischen Vierteln verdrängt werden.

Gleichzeitig stehen rund 1,2 Millionen Quadratmeter Büroflächen in Hamburg leer. Und es wird immer weiter gebaut: Trotz einer Leerstandsquote von ca. 10% wurden im Jahr 2009 237.000 Quadratmeter Büroraum fertig gestellt. In der Presse wird mit dem Bau von weiteren 600.000 Quadratmetern für die nächsten Jahre gerechnet. Der Hintergrund dieser absurden Vorgänge ist, dass sich Leerstand für viele Firmen lohnt und dieses Geschäftsmodell zudem gesetzlich verankert ist. Leerstehende Gewerbeflächen können nämlich als Verluste von der Steuer abgeschrieben werden. Anders als bei Wohnraum besteht keine Verpflichtung, den Raum zu vermieten. Mit dem Bau von immer neuen Gewerbeflächen wird gleichzeitig verhindert, dass Wohnraum entstehen kann. Die Knappheit an Wohnraum treibt wiederum die Mieten in die Höhe.

Ein herausragendes Beispiel für die Absurdität des kapitalistischen Immobilienmarktes ist der Astraturm auf St. Pauli, der nach seiner Fertigstellung 2007 bei einer Gesamtfläche von rund 11.300 Quadratmetern heute zu über 70% leersteht.

Aber wie wäre es denn, wenn dieser Raum einfach genutzt wird? Wenn leere Büros für Wohnungslose offen stehen? Wenn Menschen, die seit Monaten auf Wohnungssuche sind, einfach in eine der zahlreichen ungenutzten Büroetagen ziehen? Wenn Studierende sich zum Anfang des Semesters den fehlenden Wohnraum nehmen? Wenn soziale, kulturelle und politische Einrichtungen auch mal in Neubauten ziehen?  Wenn der gute Ausblick nicht nur Hintergrund zum Arbeiten bleibt?  Wenn Apfelbäume auf den Flachdächern über der Stadt wachsen? Wenn…

Gegen den Irrsinn aus massiver Wohnungsnot und steigenden Mieten bei gleichzeitigem Leerstand setzen wir ein Recht auf  Wohnraum. Der vorhandene Leerstand an Büroraum würde Platz für rund 40.000 Wohnungen bieten.

Am 23. Oktober werden wir deshalb mit einer großen und bunten Demonstration von der Uni bis zum Astraturm ziehen, um unserer Kritik an der Hamburger Wohnungspolitik Ausdruck zu verleihen.

Nicht nur der Astraturm steht leer.

Seid kreativ, bringt Möbel, Topfpflanzen, Kopfkissen etc. mit.

Start: Unicampus, 13 Uhr.

Bündnis „Leerstand zu Wohnraum“ Kontakt: leerstandzuwohnraum@gmx.de

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STÜHLE RAUS

11.11. um 18°° Kundgebung


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NO BNQ BEZIRKSVERSAMMLUNG

19.-21.06.

recht-auf-stadt

Drei Aktionstage zum Thema Gentrifizierung

Jingel hören? Bitteschön, hier.

Fr 19. Juni Auftakt in der Schule Ludwigstraße

Sa 20. + So 21. Juni

im Centro Sociale, Sternstr, 2 in 20357 Hamburg

Kontakt: info |at| rechtaufstadt.net
http://www.rechtaufstadt.net

Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Die Teilnahme ist kostenlos (Spenden sind willkommen).

Programm siehe unter „Lies mehr“

Mietpreise steigen, günstiger Wohnraum geht verloren, die Zahl von hochpreisigen Eigentumswohnung nimmt zu, langjährige AnwohnerInnen und alteingesessene Gewerbetreibende werden von zahlungskräftigen NeumieterInnen verdrängt. Egal ob in Wilhelmsburg, Barmbek, St. Georg, Schanze oder Sankt Pauli: diese Veränderungen sind keine Randphänomene mehr in Hamburg. Gentrifizierung verändert die Stadt. An drei Veranstaltungstagen wollen wir* uns über unsere Interventionsfelder austauschen und gemeinsam ins Gespräch kommen. Dabei haben wir mehr Fragen als Antworten: Was ist Gentrifizierung? Wer sind die AkteurInnen, wer ist „Freund“, wer „Feind“? Welche Widerstandserfahrungen und Fallstricke gibt es? Was sind Strategien, die utopisches Potenzial beinhalten? Seid herzlich eingeladen, mit uns zu diskutieren und in Aktion zu kommen.

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13.06. DEMO

diestadtgehoertallenDEMONSTRATION


GEGEN MIETERHÖHUNG, PRIVATISIERUNG & VERTREIBUNG

Samstag 13. JUNI 2009 14 UHR

Jungfernstieg Ecke Ballindamm

Der Aufruf zur Demo als druckfreundliche pdf-Datei hier (klick)

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  • letzte Gelegenheit

    Nur noch einmal findet das Strand für alle Café statt: nämlich am Sonntag, dem 26. April.

    Wer noch keinen Wunsch entwickelt, keine Idee ins Archiv gepackt, keine Vorstellung beschrieben, keine Skizze gezeichnet hat, muss dies jetzt tun. Neu ist der interaktive Fragebogen, mit dem Sie arbeiten können – ein kreativitätsprovozierendes Workbook, das beweist: selberplanen macht Spaß & schlau!

    Strand für alle Café, Buttclub, Hafenstrasse 126

    26. April 2009, von 15 – 18 Uhr