Etwas besseres als Beachclubs (PE vom 25.1.09)

Presseerklärung von ES REGNET KAVIAR – AKTIONSNETZWERK GEGEN GENTRIFICATION*
Hamburg, 25. Januar 2009

Etwas Besseres als Beachclubs

St. Pauli, 2009: es brodelt am Hafenrand. Flugblätter werden formuliert, Eingaben verfasst, hektisch telefoniert, organisiert, recherchiert, sich getroffen, Rechtsanwält_innen konsultiert, Bebauungspläne studiert. Wie aus dem nichts kommt ein Stadtteil in Bewegung. Menschen, die so etwas noch nie in ihrem Leben gemacht haben, gründen Bürgerinitiativen. Andere, die das schon Jahrzehnte nicht mehr gemacht haben, erwägen militante Aktionen. Was ist passiert?

Wie aus Presse, Funk & Fernsehen zu erfahren, sollen die sog. Beachclubs an St. Paulis Fischmarkt ziehen. Ginge es nach Bezirksamtsleiter Markus Schreiber, SPD-Bezirksfraktion und GAL-Mann Michael Osterburg, dann wäre ab Sommer 2009 Schluss mit Spaziergängen am Wasser und freiem Blick auf die Elbe. Denn dort stünden dann von Securities bewachte Mauern.

Die sollen dafür sorgen, dass eine geschlossene Gesellschaft unter sich bleibt – wer nicht ins hübsch-harmlose Bild der Klientel passt, darf sich im angrenzenden Wohngebiet vergnügen. Dessen Bewohner_innen kämen dann in den zweifelhaften Genuss, von mittags bis Mitternacht von DREI UNTERSCHIEDLICHEN MUSIKEN GLEICHZEITIG dauerbeschallt zu werden.

Nachdem man die WUNDERSCHÖN GELEGENEN FLÄCHEN AM HAFEN jahrelang hat brach liegen lassen, sollen sie nun privatisiert und der Öffentlichkeit entzogen werden. BENÖTIGT ST. PAULI DIESE EINFÄLTIGE FORM VON BELEBUNG?

Der Kiezgänger mit MEHR GELD ALS GESCHMACK würde direkt zwischen Kiez, Kupfertürmen und dem Security-bewachten Areal an der Elbe hin und her cruisen. Mit im Boot: die Betreiber der Riverkasematten, deren aggressiv raumgreifende Bautätigkeit sich bereits in videoüberwachten Gastrobauten vor der Hafenstrasse verwirklicht.

Was unter Markennamen wie Lago Bay, HCBC oder Hamburg del mar daher kommt, gilt in der Stadtentwicklungs-Szene als Mittel, um Räume EVENTGASTRONOMISCH für größere Immobilienprojekte interessant zu machen. Und tatsächlich entstehen an sämtlichen Beachclub-Standorten Hamburgs heute INVESTOREN-ARCHITEKTUREN – vor der Haifischbar an der Elbe, in den Docklands, in der Schanze, in der Hafencity.

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SCHLUSS MIT DER PRIVATISIERUNG ÖFFENTLICHER RÄUME AUF ST. PAULI!
GEGEN DIE UNTERNEHMERISCHE ZURICHTUNG URBANER ORTE NACH DEM LEITBILD „WACHSENDE STADT“!
DIE STADT MUSS BEGEHBAR BLEIBEN!
ELBBLICK FREIHALTEN!
DEN STADTENTWICKLUNGSPOLITISCHEN TESTBALLON PLATZEN LASSEN!

Stadtteilkonferenz am 7. Februar
Pressekonferenz am 9. Februar
Orte und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben!
ES REGNET KAVIAR – AKTIONSNETZWERK GEGEN GENTRIFICATION*

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Blog: ESREGNETKAVIAR.WORDPRESS.COM/
Kontakt: ESREGNETKAVIAR@NADIR.ORG

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