Platz für Alle

Das Thema „Verdrängung aus den Innenstädten“ heute bei Spiegel Online, bei dem es v.a. um junge Familien geht. Ob die Thesen zum Prenzl Berg stimmen sei dahingestellt. Zustimmen aber kann man dem Deutschen Instituts für Urbanistik, welches feststellt, dass die Abwanderung aus den innenstadtnahen Gebieten „“von den Familien auch nicht gewollt, sondern zumeist erzwungen“ ist, weil die Preise (Kaufpreise in Hamburg ca. 12.000€/m2) „für Normalverdiener völlig unerschwinglich sind“.


Und weiter:

Es gibt die Gefahr, dass die Normalität verschwindet, wenn Normalfamilien nicht mehr in den Städten leben können. Es drohen gesellschaftliche Monokulturen – die da draußen in den Vorstädten, die hier drinnen in den Citys. Und diese Monokulturen sind in der Tat ein gesellschaftliches Problem, denn sie führen zur Verödung, im Extremfall gar zum Absterben der urbanen Räume

Städte leben von der Mischnutzung, vom quirligen Mit- und Nebeneinander und davon, dass sich hier auch Menschen begegnen, öffentlichen Raum teilen, deren Gehaltsklassen weit auseinanderklaffen. Städte brauchen Platz für alle. Längerfristig sei mit einem „sozialen Umkippen“ innenstadtnaher Quartiere zu rechnen, mahnte das Deutsche Institut für Urbanistik in seiner Studie – und zwar mit einem Umkippen hin zur „Wohlstandsinsel“…

..Wohlstandsinseln, wie die HafenCity..

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Auch recht interessant ein Interview mit dem Stadtforscher Hartmut Häußermann „Wie Reiche die Arme aus der Stadt verdrängen“, der eine Widerbelebung des sozialen Wohungsbaus fordert, weil es „das einzige Instrument ist, das Leuten Zugang zu Quartieren schaffen konnte, die ihnen verwehrt bleiben“.

Der stets propagierte freie Markt korrigiert soziale Unterschiede nicht. Vermieter wollen homogene Quartiere. Die werben ja sogar damit, dass eine bestimmte Klientel nicht bei ihnen wohnt. Für Makler und Property Developer sind sogenannte segregierte, also sozial entmischte Viertel gutes Geld wert.

Er schlägt vor:

Städtische Baulücken auffüllen. Wo es die Chance gibt, sollte kleinteilig gebaut werden – und zwar von möglichst vielen unterschiedlichen Trägern mit Gemeinwohlorientierung, um einen guten Bewohnermix hinzubekommen… Die Städte sollten vereinzelte Belegungsrechte von Privatvermietern kaufen, etwa in „besseren“ Vierteln, in die sie dann benachteiligte Haushalte einquartieren könnten.

Solche Ideen ließen sich auch gut an der Reeperbahn 1 umsetzen, wo Teheranis „Tanzende Türme“ gebaut werden sollen. Da die endgültige Nutzung der 35.000 m2 noch nicht geklärt ist, hier der Vorschlag:

Sozialwohnungen, Kunstateliers, gemeindienliche Einrichtungen: Platz für Alle

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Veröffentlicht in Allgemeines. Schlagwörter: , . 1 Comment »

Eine Antwort to “Platz für Alle”

  1. Susa Says:

    Häußermann is klasse, schon seit über 20 Jahren – hoffentlich resigniert er nich… 😉


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